Donnerstag, 25. September 2014

Was soll das bedeuten?

Grade eben ist ein Flyer in den Mülleimer gefallen. Einfach so, obwohl er doch vorher auf meinem Nachttischen lag und eigentlich gar nicht runterfallen konnte. Auf blau-weißem Papier wird mit schwarzer Schrift angekündigt, dass am Wochenende die 23. Landes Literaturtage sind. Was soll das bedeuten? Wollte mein Schicksal oder einfach nur der Zufall mir einen Hinweiß geben? Und wenn ja welchen? Soll ich aufhören zu schreiben? Soll ich nicht zu diesen Literaturtagen fahren, die wahrscheinlich sowieso zu weit weg sind? Was soll das bedeuten? Soll mir eine Nachricht vermittelt werden und wenn ja, kann man sie mir nicht schriftlich übermitteln? Oder als Bild auf meinem Frühstückstoast, so wie angeblich Jesus auf einem solchen ist? Oder als geheime Nachricht in einem meiner Träume, die ich zwar sowieso nach dem aufwachen meistens vergesse?

So viele Fragen, auf die ich keine Antwort weiß. Vielleicht hatte es auch einfach keine Bedeutung und ich bilde mir irgendetwas ein. Ich werde es wohl nie erfahren.

Sonntag, 14. September 2014

Der Nebel

Mit leichenblassen Fingern zieht er sich fort.
Umhüllt jeden einzelnen Ort.

Verschluckt die Menschen, Tiere und Pflanzen
Siehst du die Geister, wie sie im Nebel tanzen?!

Sie kommen auf dich zu, ganz geschwind.
Sie sind so leise, wie der Wind.

Du rennst weg so schnell du kannst,
denn diese Gestalten machen dir Angst.

Du rennst, du fällst, du liegst im Gras.
Es ist so furchtbar kalt und nass.

Aufzustehen bringt nichts mehr,
sie sind schon da mit ihren Augen kalt und leer.

Ein schriller Schrei kommt aus deiner Kehle,
von ganz tief unten aus deiner Seele.

Du schreist so kräftig und voll Wut,
als hättest du ungeheuren Mut.

Ein überraschter Ausdruck auf dem Gesicht
und dann ein strahlend helles Licht.

Eben waren sie dir noch ganz nah
und jetzt auf einmal sind sie nicht mehr da.

Du hast es geschafft, du hast gesiegt!
Übrig bist du, wie du da liegst.

Das der Nebel anders wirkt, bemerkst du auch.
Er sieht nun aus wie leichter, grauer Rauch.

Du stehst auf und läufst ein Stück,
dann blickst du ein letztes Mal zurück.

Siehst du die Geister, wie sie da am Waldesrand stehn?!
Sie winken dir zu und lassen dich gehn.


von Mir



Dienstag, 9. September 2014

Eine weitere Linie

Laufen, ohne an ein Ziel zu kommen. 
Gucken, ohne irgendetwas zu sehen. 
Zuhören, ohne irgendetwas zu verstehen. 
Körperlich anwesend, ohne wirklich da zu sein. 
Gefangen tief im Inneren. Mit den Gedanken als Wächter. 
Unbewusst wandert eine Hand zu einer Stelle. 
Ein Gegenstand. 
Klein. Dünn. Leicht. Scharf. Kalt. 
Die Hand umfasst ihn, setzt ihn an und zieht eine glatte Linie. 
Nichts. Etwas Kaltes, Nasses tropft auf den Boden. 
Eine weitere Linie. 
Die Wächter werden unruhig. Sie kreisen um das Gefängnis. 
Eine weitere Linie. 
Die ersten Löcher. Etwas helles, wird wahrgenommen. 
Eine weitere Linie. 
Ein kleines Geräusch. Die Gedanken werden schneller. Bilder. Worte. Eng aneinander. 
Eine weitere Linie. 
Ein Stuhl. Fliesen. Fenster. Licht. 
Eine weitere Linie. 
Ein stechender Schmerz. Tränen. Alles ist weg. Das Gefängnis. Die Wächter. 
Der Schmerz. Die Tränen. Die Narben. Sie bleiben. 
Ich breche durch die Oberfläche. 
Meine Hand. Sie zittert. Der Gegenstand. Eine Rasierklinge.
Ich lasse sie fallen. 
Ein leises, kaum hörbares "Pling", als sie den Boden berührt.
Ich warte, bis kein Blut mehr aus den Wunden fließt.
Nehme ein Tuch. Wische die Flecken weg. Ziehe den Ärmel darüber.
Meine Hand ist auf der Türklinke. 
Ein kurzes Zögern. Ich wische die Tränen weg. 
Mit einem zarten Lächeln auf den Lippen gehe ich hinaus. 
Für eine weitere Vorstellung.
Ich. 
In der Rolle der perfekten Tochter.
Mein Geheimnis. In meinem Inneren verwahrt.
Niemand wird es je erfahren.

Sonntag, 7. September 2014

"Ich schreibe, weil..."

In meinem Deutschbuch, habe ich diese Sätze gefunden, sie stammen von verschiedenen Autoren und halten die Gründe fest, weshalb sie sich mit dem Schreiben beschäftigten bzw. immer noch beschäftigen. Wir haben diese Sätze im Deutschunterricht vorgelesen und besprochen was diese Schriftsteller damit gemeint haben.

"Ich schreibe, um etwas festzuhalten, das ich miterlebt habe, sonst wäre es verloren" - Max Frisch

"Ich schreibe, weil nur die nicht schreiben, die keine Krise haben." - Herbert Achternbusch

"Ich schreibe um Freude zu bereiten." - Thomas Mann

"Ich schreibe, weil ich eigentlich nur in meinen Texten existiere." - Joyce Carol Oates

"Ich schreibe, um mich an Dinge zu erinnern, die nie geschehen sind." - Harry Mulisch

"Ich schreibe, um meine Welt wenigstens für eine Weile unter Kontrolle zu halten." - T. C. Boyle

Ich habe lange darüber nachgedacht, weshalb ich eigentlich schreibe, was meine Beweggründe sind, warum ich meine Zeit dafür "opfere", wo ich doch auch andere Dinge machen könnte, warum ich nicht nur lese und das Schreiben den anderen überlasse.

Ich schreibe, um meine Gefühle in Worte zu fassen.

Ich schreibe, um meine Gedanken zu ordnen.

Ich schreibe, um meine Vergangenheit zu verarbeiten.

Ich schreibe, um dem unvermeidlichem für eine Weile zu entfliehen.

Ich schreibe, weil es für mich wie eine Therapie für meine Seele ist.

Ich schreibe, weil ich es brauche.

Ich schreibe, um mir eine eigene Welt zu bauen.

Ich schreibe, um mir ein perfektes Leben zu basteln und um es dann wieder zu zerstören, ohne das ich verletzt werde.

Das sind meine Gründe. Meine Gründe warum ich manche Tage und teilweise manche Nächte damit verbringe, einfach nur zu schreiben. Ich schreibe nicht um irgendjemanden etwas zu beweisen. Ich schreibe einfach nur, weil.........