Montag, 27. Oktober 2014

Wallflower

Siehst du sie dahinten an der Mauer stehen?
Sie sind so unvergleichlich schön!

Nein, du kannst sie wohl nicht betrachten.
Weil alle anderen lachten.

Du bist ein Teil dieses Theaterstücks.
Du bist dort nun schon seit Jahren und kehrst niemals zurück.

Du hast uns verlassen.
Und wir? Wir werden verblassen.

Wir stehen am Rande und sehen dir zu.
Aber dieser Mensch bist nicht wirklich du.

Du bist kaltherzig und nicht mehr ehrlich.
Deinem alten Ich kein bisschen mehr ähnlich.

Kannst du sie dort, allein und verlassen sehen?
Wir sind es, die Mauerblümchen, die da stehen.

So unvergleichlich


Siehst du dahinten, den Baum,
 so strahlend hell.
Er gleicht einer Rose,
einen Augenblick bevor sie erblüht.
Sie ist so zart und lieblich.
Und doch gleicht sie vielen anderen.
So wie der Baum.
Obwohl jeder auch etwas eigenes hat.

Dann gleicht er doch einem Vogel mehr.
Auf den ersten Blick sind sie doch gleich.
Auf einen weiteren doch anders.
Und wenn sie fliegen, sind sie so wunderschön und frei.
Aber frei?
Nein! Frei ist ein Baum nicht!
Er ist gefangen an einem einzigen Ort.
 Viele, unendlich viele Jahre lang.

Dem Menschen ist er vielleicht noch ähnlicher.
Keiner ist gleich, so wie auch kein Baum sich ähnlich ist.
Und doch sind Menschen grausam und verletzend.
Also nein den Menschen gleicht er nicht.

Er ist gefangen, er ist gleich und doch verschieden.
Aber wer könnte vergleichbar sein mit einem Baum?
Wohl nur eine Pflanze und doch ist er so unvergleichlich.

So unvergleichlich schön.

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Schadensbegrenzung

Wir alle haben Probleme. 
Bei einem sind sie größer, bei einem anderen eher klein. 
Niemand hat genau die selben. So wie auch keiner von uns gleich ist. 
Jeder hat sich auf die Dauer eine andere Methode gesucht um mit ihnen fertig zu werden. 
Meine ist es, dass ich mich immer weiter von meiner Umgebung abgrenze. 
Zur Schadensbegrenzung. 
Wenn ich mich vollständig in mein Schneckenhaus zurückgezogen habe, 
setzte ich die vielen kleinen Teile, die von mir noch übrig sind wieder zusammen. 
Es werden immer weniger. 
Jeder verändert sich, im Laufe seines Lebens.
So auch ich. 
Und mit jeder Veränderung kommt ein neues Teil dazu. 
Irgendwann bin ich wieder vollständig, aber doch auch unvollständig. 
Denn ein Teil fehlt doch noch. Das Teil ist die Person die ich mal gewesen bin. 
Sie existiert nur noch in alten Geschichten. In der Vergangenheit. 
Einzelne Teile sind zwar noch da, wurden aber vom Wind verweht und in irgendeine Ecke gefegt. 
Aber ein Teil ist auch in dieser neuen Person noch vorhanden. 
Die Erinnerung und der Schmerz. 
Sobald etwas passiert, dass die alte Person verletzt hat, verletzt es auch die Neue. 
Es reist ein Stück mit sich und dann noch eins und noch eins und der ganze Prozess beginnt von Neuem. 

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Wer bin ich und wer will ich sein?

Wer bin ich und wer will ich sein? Sind das nicht die zwei Fragen, die wir uns immer und immer wieder stellen? Jahr für Jahr, Monat für Monat, Woche für Woche, Tag für Tag.
In den letzten Tagen wurde mir eine ähnliche sehr oft gestellt. "Was willst du nach der Schule machen? Welchen Beruf wirst du wählen?" Wer kennt diese Fragen nicht, schon im Kleinkindalter wird man gezwungen darüber nach zu denken, nur das diese Berufe am Ende meist nicht mehr zur Wahl stehen.
Andere Mädchen wollten früher immer Prinzessin, Sängerin oder Tierärztin werden. Ich dagegen am liebsten Indianerin, dass das kein Beruf ist, war mir egal. Aber wenn man jetzt gefragt wird, muss man etwas ernsthaftes, erwachsenes sagen.
Auf die Antwort "Ich habe keine Ahnung" erhält man nur ein kopfschütteln.
Aber mal ehrlich, wer weiß das bitte schon? Ich jedenfalls nicht! Es gibt einfach zu viele Berufe! Man wird gezwungen sich einen auszuwählen.

Meine Vorstellungen davon, wer ich werden, was ich machen will sind aber nicht in einem einzelnen Beruf zusammenzufassen.
Ich möchte anderen Menschen, denen es nicht so gut geht wie mir, helfen! Ich möchte die Welt verändern, verhindern das Tier- und Pflanzenarten aussterben. Ich möchte reisen und alle Orte dieses Planeten mit eigenen Augen sehen. Ich möchte alle Krankheiten heilen und jeden Krieg beenden können. Ich möchte in Afrika und in anderen Ländern, in denen es erforderlich ist, Brunnen bauen, damit die Menschen sauberes Trinkwasser haben, Schulen errichten und den Hunger in der Welt bekämpfen, damit kein Mensch mehr an Unterernährung sterben muss. Ich möchte alle Menschen treffen, mit denen ich in den letzten Jahren geschrieben habe, egal wo sie wohnen und mich bei ihnen dafür bedanken, dass sie immer wenn ich sie gebraucht habe, für mich da waren.
Das sind meine Vorstellungen von einem wunderbaren, erfülltem Leben. Wenn dann der Tod käme, würde ich ihnen mit ausgestreckten Armen empfangen, wie einen guten alten Freund.

So nun packt das alles in einen Beruf und ihr habt den perfekten für mich gefunden.