Montag, 27. Juli 2015

Gedanken

Wie kann man in einer Welt leben, in der man sich nicht zu Hause fühlt.
In der einem alles so leer und fremd erscheint.
Wie kann man leben ohne einen Sinn darin zu sehen, ohne sich lebendig zu fühlen.
So als würde man träumen und eigentlich ganz woanders existieren, in einer anderen Zeit oder in einer anderen Welt.
Als wäre die Seele zerrissen und das wichtigste Stück würde fehlen.
Das Stück das einem zeigt und wissen lässt das du hier richtig bist.
Das du genau hier und jetzt hingehörst.
Wie soll man ohne dies leben?
Man bräuchte eine Zeitmaschine oder etwas ähnliches.
Sie müsste einen dorthin bringen wo sein/ihr Herz schlägt, wo sie glücklich sein kann ohne sich schlecht dafür zu fühlen.
Vielleicht wird es dieses Gerät irgendwann einmal geben, aber dann wird es zu spät sein, dann werde ich nicht mehr existieren, dann wird kaum ein Mensch mehr existieren dem es noch nützen könnte!
Dann wird dieses Gerät niemanden mehr nützen können und es würde für andere Zwecke missbraucht werden. So wie alles andere auch.

Mittwoch, 3. Juni 2015

Horror Haus

Frierend auf dem Bahnhof sitzend erinnere ich mich daran zurück. Welchen Horror wir vor Stunden sahen. Na gut eigentlich war es erst vor Minuten, aber was ich sagen will, die Zeit vergeht.

Gezwungen von zwei mir bekannten Menschen hatte ich keine andere Wahl als dieses Haus des Horrors zu betreten. Ich kam in einen engen kleinen Raum, in den gerade so 5 Menschen passten. Es war dunkel, kalt und gruselig. Rotes blinken, in gleichmäßigen Abständen. Die Erde bebte. Das einzige Licht blinkte weiter Rot. Es war wie ein riesiges Herz nur ohne Blut. Babum. Babum. Babum. Und dann eine Gestalt. Ein Schrei.

Wir schrien auch, aber aus einem ganz anderen Grund als der Mann der uns mit seiner dunklen Maske zu erschrecken versuchte. Dann wieder dunkel. Babum. Babum. Der Mann kam erneut und öffnete uns die nächste Tür. Weiter ging's. Langsam noch immer die Hand von meiner Begleiterin umklammernd wagte ich mich weiter vor. Noch immer kein Geräusch außer unsere doch noch ganz schön schnelle Atmung und das schlurfen unserer Schuhe auf dem harten Metallboden. Dunkle, lange, schmale Gänge reihten sich aneinander. Gitter direkt vor uns. Sie versperrten den Weg. Ich fühlte mich wie Hulk als ich sie auseinander drückte und hindurch lief. Die Gänge wollten kein Ende nehmen. Kreuz und Quer, hoch und runter liefen wir in diesem engen Kasten. Vor mir dunkle Silhouetten. Schwarze Gestalten. Verirrte Seelen genau wie ich. Der Boden bewegte sich. Der Boden drehte sich. Unter meinen Füßen veränderte sich das Material. Ich hatte das Gefühl zu fallen, hielt mich fest und rappelte mich auf. Die Hand meiner Begleiterin aber, ließ ich nicht los.

Wann werden wir denn endlich den Ausgang erreichen. Das Licht das ihn verkündet sehen. Das Licht der Sonne, die versteckt hinter den Wolken auf uns wartete.

Da siehst du es auch. Da vorne ist es. Ich lief schneller genau darauf zu. Noch einen Schritt und schon hatte ich die Freiheit wieder.


Jetzt ist schon alles längst vorbei und alles erscheint so simpel und banal wie alles andere auch. Und rückblickend betrachtet fühlte ich mich eher wie bei Shades of Grey. Gitter, Vibrationen und Ketten und  Säcke hingen von den Wänden. Horror war das nicht. Das war nur eine Freakshow.

Donnerstag, 16. April 2015

Vollkommene Freiheit (aus der Sicht eines Fuchses)

Ich sehe mich um
alles ist so leise und stumm.
Kaum ein Tier ist noch da,
der Wald ist dem Tode so nah.

Auf die Felder und Straßen kann ich nicht mehr gehen.
Sonst könnten mich die Menschen sehen.
Nur weil sie die Freiheit bekamen
müssen wir jetzt zurück zu unseren Ahnen?

Nur der Tod kann uns die Freiheit schenken
und egal wie sehr wir uns verrenken.
Es wird nie anders sein.
Gefangenschaft ich bin dein.

Bitte Regeln, Gesetzte und Strafen.
Verbietet wieder all die Waffen,
durch die so viele täglich sterben
auf das es immer mehr Leichen werden.

Egal ob Menschen oder Tiere
egal ob Füchse oder Stiere,
vollkommen egal wer sein Leben ließ
weil jemand gegen das Gesetz verstieß.

Die Freiheit hat sie alle begnadigen lassen
weiter wuchs die Zahl der Leichen die sie hinterlassen.
Alle die, die einmal Gott spielen wollten
alle die, die es nicht tuen sollten.

Alle sind nun vollkommen frei,
die Demokratie ist längst vorbei.
Nun bin ich hier ganz allein
und will schon lange nicht mehr sein.

Dieses Leben bringt nichts mehr 
denn unsere Welt ist schon bald ganz leer
und niemand wird jemals dafür büßen
Ich höre sie schon wieder in der Ferne schießen.

Sie verraten es schon, die lauten Schreie
nun komme ich endlich an die Reihe.
Sie kommen näher um auch mich nun zu erlösen
von diesem Leben mit dem ganzen Bösen.

Sie kommt näher, die Gefahr
schon ist sie hier, schon ist sie da.
Ein Schuss ein Schmerz
und eine Kugel in meinem Herz.

Ich lass mich ein letztes Mal zu Boden sinken
dort am Tor seh' ich die Freiheit fröhlich winken.
Es ist anders als man es sich erträumt.
Aber es ist schön neben der Freiheit und dem Tod als Freund.



Gedanken

Planen organisieren.
Planen organisieren.
Tag für Tag.
Woche für Woche.
Jahr für Jahr.

Nur um nicht daran zu denken.
Nur um die Gedanken zu ertränken.
Zu vergessen das es diese Zeit einmal gab.
Zu akzeptieren das ein Teil damals starb.
Ein Teil von meinem alten Ich
und doch verstehe ich es nicht.
Ich kann nicht schlafen, kann nicht fliehen.
Sie ist da und lässt mich nicht ziehen.
Die Angst ist immer da.
Sie kommt mir viel zu nah.
Ich spüre sie!
Tag für Tag.
Woche für Woche.
Jahr für Jahr.

In meinen Träumen,
stehe ich vor abgeschlossenen Räumen.
Die Wände kommen mir zu nah.
Aber ich kann nicht weg, sie sind immer da.
Hinter den Türen eingesperrt
liegen die Scherben meiner Vergangenheit zusammengekehrt.
Langsam beginnen die Wunden zu heilen
und ich muss mich schnell beeilen.
Beeilen die letzten Türen zu verschließen,
denn sonst werden neue Ängste sprießen.
Sie würden alles wiederholen
und die Freude die sie mir gestohlen,
würde auch in Zukunft nicht mehr leben
und nicht nach viel mehr Größe streben.
Aber sie soll wachsen und hell strahlen
und mein Leben mit bunten Farben malen.
Alles soll nun besser werden,
die ganzen Ängste sollen sterben.
Das Schicksal nehmen und neues wagen,
anstatt es einfach nur noch zu ertragen.
Ich werde endlich glücklich sein
Tag für Tag.
Woche für Woche.
Jahr für Jahr.

Montag, 30. März 2015

Jahreszeiten

Frühling

Im Frühling kann man Blumen sehn.
Wie sie dort am Feldweg stehn.
Der letzte Schnee ist auch schnell weg
und darunter ist der braune Dreck.

Sommer

Die Insel ist klein
und über uns der Sonnenschein.
Aber keiner hat auch nur die geringste Ahnung,
wie scheiße sie ist, die UV-Strahlung.

Dort drüben siehst du eine riesige Palme stehn.
Sie ist so groß, du kannst das Ende kaum noch sehn
und nun fiel sie die vermaledeite Kokosnuss.
Da war mit dem Urlaub erst mal Schluss.

Herbst

Der Herbst kommt, ob man will oder nicht
Ich sehe wie die Sonne durch die Blätter bricht.
Sie wird schwächer von Tag zu Tag,
es wird kälter, was niemand so wirklich mag.

Rot und gelb treten an die Stelle von Grün.
Und die Blumen hören langsam auf zu blühn.
Ich höre das Laub unter meinen Schuhen knistern
und den Wind durch die leeren Äste flüstern.

Die Eichhörnchen sammeln fleißig Haselnüsse.
Voll mit Laub sind nun die Flüsse.
Ich gehe weiter und seh mich um,
bis auf das knistern ist alles stumm.

Die Tage sind nun wieder kurz
Und dazu kommt noch der Temperaturabsturz.
Sofort wird es wieder richtig kalt
vermutlich ist der Winter nicht weit.  

Winter

Hoch liegt nun schon bald der Schnee
und das Eis bedeckt den ganzen See.
Schlittschuh fahren kann ich nicht,
weil sonst schnell die Eisschicht bricht.

Das Wasser ist so entsetzlich kalt.
Da vermeide ich lieber den Aufenthalt.
Der Wintermantel ist nicht grad vorteilhaft
und auch die Stiefel kriegen nur ein mangelhaft.

Wie Bigfoot stampfe ich durch den Schnee,
da hab ich plötzlich eine fabelhafte Idee.
Ich lege mich hin und wedle mit Armen und Beinen.
Der Schnee in meinen Augen bringt mich allerdings zum weinen

Ich stehe auf und betrachte mein Werk,
es ist ein verkrüppelter Engel auf einem Berg.
Der Einfall kam ganz spontan
im Nachhinein ein sehr schlechter Plan.

Meine Kleidung ist nun voller Schnee
wie gern hätte ich jetzt einen warmen Tee.
Ich gehe mit schnellen Schritten nach Haus
und schwöre mir, ich geh erst im Frühling wieder raus.

Während ich im warmen saß
hatten die dort draußen Spaß.
Sie fuhren mit dem Schlitten immer wieder
und sangen dabei ihre Weihnachtslieder.

Ich zieh mich an und geh hinaus.
Und mit der Wärme ist es schlagartig aus.
Ich greife nach unten und forme einen Ball,
Nach dem werfen höre ich einen leisen Knall.

Weitere Bälle fliegen durch die Dunkelheit
und dann ist es auch schon wieder soweit.
Meine Kleidung ist mal wieder nass
das macht sowas von keinen Spaß.





So ist das mit der Einsamkeit

Regungslos sitze ich da,
denke über das Leben nach,
über Sinn und Zweck der Einsamkeit,
über Freude, Schmerz, Tränen und Leid.
So ist das mit der Einsamkeit,
sie zwingt uns alles zu überdenken
und unser Leben in die richtigen Bahnen zu lenken,
denn niemand will gern einsam sein
und trotzdem bin ich grad allein.

Regungslos sitze ich da
denke über mein Leben nach
und spüre wie sie mich umfasst
sie zieht, sie zerrt, sie hält mich fest.
Mein Atem ist ruhig und leise. 
Ich stehe mit dem Rücken zur Wand, an sie gepresst
ihre Hände sind stark und ich bemerke es nicht, 
wie sie mir den Ausweg versperrt und mich nicht gehen lässt.

Regungslos sitze ich da 
denke über das Leben nach
mein Herz wird schwer, 
mein Atem schwach,
ist denn keiner da, irgendwer
der mir helfen kann mich zu befreien?
Nein! Da sind nur die Einsamkeit und ich.

Regungslos sitze ich da,
allein und doch zusammen.

Samstag, 14. März 2015

Leser- und Bloggertreffen

Heute war endlich das langersehnte Leser- und Bloggertreffen von LovelyBooks.
Ich war zum ersten Mal dabei und hab relativ schnell Anschluss gefunden, was mich sehr gefreut hat.
Unter anderem waren die Autorinnen Melanie Raabe, Wiebke Lorenz und Bettina Belitz.

Links: Ich ; Rechts: Melanie Raabe


Links: Ich ; Rechts: Bettina Belitz

Zu Beginn wurde einiges über das Bloggen gesagt, da neben den drei Autorinnen auch noch eine Bloggerin, die am Freitag bei MDR aktuell zu sehen war und noch 3 andere, die im Verlagswesen arbeiten.
Es war sehr informativ auch mal etwas von einer erfahreneren Bloggerin zu hören und wie wichtig Blogger mittlerweile für einen Verlag sind.

Danach hat dann Bettina Belitz etwas über ihren neuen Roman "Mit uns der Wind" erzählt und einige Ausschnitte daraus vorgelesen. Ich muss wirklich sagen, dass dieses Buch ganz nach oben auf meine Wunschliste gerutscht ist.

Danach gab es dann die Goodie-Bags und sehr leckere Cupcakes.

Alles in allem war das Leser- und Bloggertreffen sehr schön und ich habe mich total gefreut dabei gewesen zu sein. 
Vielen Dank auch noch mal an das LovelyBooks-Team, welche dieses Treffen geplant und organisiert haben. Es war wirklich toll!
  

Sonntag, 8. März 2015

Drogenabhängige Affen

"Und nun die Nachrichten im Überblick. Heute Morgen wurde in einer Seitenstraße die Leiche eines Schimpansen gefunden. Der Polizei zufolge soll die Obduktion ergeben haben, dass der Menschenaffe an einer Überdosis Kokain gestorben ist. Wie es dazu kam und wer ihm die Drogen verabreicht hat, ist bisher noch unklar."

Zwei Tage zuvor

Mit dröhnenden Kopfschmerzen wachte er auf. Er wusste nicht wo er war und schaute sich suchend um. Links und rechts neben ihm waren nur Hauswände genauso wie hinter ihm. Es war hell und die Sonne schmerzte in seinen Augen. Er würde warten müssen bis es wieder Nacht wird. Denn gesehen zu werden konnte er auf gar keinen Fall riskieren. Etwas weiter vorne in der Straße standen ein paar Mülltonnen, die vermutlich das letzte Mal vor zwei, drei Monaten abgeholt worden waren. Vorsichtig rappelte er sich auf, die Augen nur einen Spaltbreit geöffnet, wagte er sich weiter vor. Als er sicher sein konnte, dass keiner da war, nahm er die Deckel von den Tonnen und durchwühlte sie, in der Hoffnung etwas essbares zu finden. Er musste einige Zeit kramen, bis er schließlich zwei dunkelbraune Bananen und einen angebissenen Apfel fand. Mit den Sachen unterm Arm kehrte er an den Platz, an dem er aufgewacht war, zurück. Er legte das Obst neben sich, dann nahm er die eine Banane, schälte sie, was sich allerdings als schwierig erwies, da sie schon ziemlich matschig war. Zum Schluss leckte er genüsslich die Reste von seinen Fingern und warf die Schale weg. Den Rest beschloss er aufzuheben. Noch immer stand die Sonne hoch am Himmel. Er schloss seine Augen.

Als er wieder aufwachte, war es bereits tiefe Nacht. Er aß schnell den Apfel und nahm die zweite Banane mit sich. Vorsichtig schlich er durch die menschenleeren Gassen. Er wusste genau wohin er musste um an das zu kommen was er am meisten brauchte. Als er den Ort erreichte, wurde es bereits heller. Er musste sich beeilen. Da vorne saß auch schon die Person zu der er wollte. Langsam schlich er sich an ihn heran. Wie immer lag er reglos da, mit einer Spritze im Arm. Die leisen Atemgeräusche waren kaum wahrnehmbar. Darauf bedacht keinen Lärm zu machen begab er sich zu dem Tisch, wo der Mensch die Tüten mit dem weißen Pulver aufbewahrte. Heute lagen mehr als sonst darauf. Er nahm normalerweise nur eine, aber wo doch heute so viel da lag, nahm er mehr. Als Ersatz legte er seine Banane dorthin. Dann machte er sich davon, bevor der Mensch wieder aufwachte. Langsam ging die Sonne auf. Schnell zog er sich in eine kleine Seitenstraße zurück. Dort riss er vorsichtig eine Tüte nach der anderen auf und sog das Pulver ein, bis nichts mehr übrig war. Danach legte er sich zufrieden auf den kalten Boden von dem er nie wieder aufstehen würde. Es dauerte einen ganzen Tag, ehe die Leiche des drogenabhängigen Schimpansen gefunden wurde.

Asoziale Pflanzen

Langsam fliegen die Sporen durch die Luft.
So leise, schwebt die Gefahr.
Ihre Opfer sind sowohl wehr- also auch ahnungslos.
Sie haben keine Möglichkeit zu entkommen.
Dort! Am Boden! Da ist auch schon das erste Opfer.
Ohne das es etwas bemerkt, gelangt die Spore in seinen kleinen schwachen Körper.
Selbst wenn dieses verachtenswerte Insekt es bemerkt hätte verhindern könnte es dieses dumme Lebewesen nicht.
Und so nimmt das Schicksal seinen Lauf.
Die Spore nistet sich ein und übernimmt die Kontrolle.
Zuerst nicht viel bis sie dann immer mehr Besitz von ihm ergreift und dieses Tier zu einem lebenden Zombie macht.
Es wird zu einem Gefangenen in seinem eigenen Körper und muss stumm und hilflos dabei zusehen.
Wissend, dass es einen Ablaufstempel bekommen hat und es nicht mehr lange dauern würde bis sein Leben ausgelöscht wird, von diesem asozialen Pilz der aus diesen verdammten Sporen entstehen würde.
Die kleinen Beinchen bewegten sich, zuerst zart und vorsichtig, so als ob es die allerersten Schritte wären.
Nur um dann schneller und sicherer zu werden. Immer weiter tasteten diese fremdgewordenen Beine weiter.
Der Wirt befindet sich auf seinem allerletzten Gang, geführt von seinem Besetzter. Was nun, sollte dieses kleine Tier einfach aufgeben ohne je dagegen angekämpft zu haben?!
Nein! Der Urinstinkt, der Wille zu überleben ist so stark wie nie zuvor in seinem kurzen Leben. Er schafft es immer wieder für einen winzigen Augenblick die Kontrolle zurückzuerlangen.
Aber nicht lange genug um das unvermeidbare aufzuhalten.
Sie nähern sich einem Baumstamm, klettern an ihm hoch, bis sie zu einem sicheren Platz gelangen.
Und dann ein letztes Aufbäumen, ein letzter verzweifelter Versuch, bevor diese asoziale Pflanze diesem kleinen Insekt das Leben raubt um selbst überleben zu können.
Eins endet, ein neues beginnt.


Montag, 9. Februar 2015

La Rêverie - Die Träumerei

Ich war müde und beschloss mir noch einen Kaffee zu holen. Eine Straße weiter gab es einen Coffee Shop. Ich sah auf meine Uhr. Es war viertel drei, ich hatte also noch genug Zeit. Ich bog nach rechts ab und nach ein paar Metern stand ich auch schon davor. Ich sah auf und entdeckte ein paar Meter weiter, am Ende der Straße ein kleines Café. Es stand in einer kleinen Hausniesche. Über dem Eingang hing ein Schild "La Rêverie", was so viel wie Träumerei bedeutete. Ich ging darauf zu. Ich kam fast jeden Tag hierher, aber dieses Café habe ich noch nie zuvor gesehen. Immer weiter näherte ich mich der Tür. An dem Türgriff hing ein Schild "Kommen Sie herein und fangen Sie an zu träumen". Ich drückte vorsichtig gegen die Tür und sie öffnete sich mit einem leisen quietschen. Es war dieses Geräusch, wie ich es seit Jahren schon nicht mehr gehört hatte. Um genau zu sein, seit 12 Jahren. Seit meine Oma in ein Pflegeheim gekommen ist und sich dank der Demenz nicht mehr wusste das sie eine Enkelin hatte. Vorher saß sie, immer wenn ich die Tür zu ihrer Wohnung aufschloss, in ihrem Schaukelstuhl und neben ihr stand eine Kanne mit warmen Tee und zwei Tassen so als ob sie immer ganz genau wusste wann ich zu ihr kam. Eben dieser Schaukelstuhl quietschte immer wenn sie sich vorbeugte um mir Tee einzugießen. Sie fehlte mir, unsere Nachmittage fehlten mir und einfach alles. Gedankenverloren betrat ich nun das Café und war erstaunt. Es war größer als es von außen schien. Im Inneren standen ein paar Tische und wunderschöne und vor allem gemütliche Sessel. Aber nicht nur das verwunderte mich. Alle waren so ausgerichtet, dass die Personen die darauf saßen zur Tür sehen konnten. Bis auf einen Platz war alles besetzt. Jeder hatte einen Becher Kaffee in der Hand und las Zeitung. Gleichzeitig schlugen sie die Beine übereinander, tranken von ihrem Kaffee und stellten ihn danach auf den Tisch. So als hätten sie das ganze einstudiert. Ich ging nach vorne zum Tresen. "Bonjour Madame, was kann ich ihnen für einen Kaffee machen?", fragte mich der ältere Mann. Er hatte weiße kurze Haare, trug eine Brille und einen schwarzen Anzug mit rotem Einstecktuch. Ich schaute nach oben, um mir das Angebot anzusehen. Es war eine alte Tafel mit geschwungenen Buchstaben darauf. Aber anstatt Kaffeesorten standen dort Gemütszustände. Glücklich, Traurig, Wütend und noch eine andere. Er sah vermutlich meinen verwirrten Blick und sagte mit einem strahlenden Lächeln: "Wir haben hier im ‘La Rêverie‘ zu jeder Stimmung einen Kaffee kreiert, suchen sie einfach nach ihrem aktuellen Gemütszustand und ich mache ihnen dann den besten Kaffee den sie je getrunken haben. Und da sie anscheinend heute keinen guten Tag haben, bezahlen sie nur die Hälfte." Ich sah wieder nach oben und fand nach kurzem Suchen "Müde" was wohl im Moment wirklich am besten zu mir passte. "Müde", sagte ich und er begann sofort an einem merkwürdigem Gerät herum zu tippen. Woher wusste er nur wie mein Tag war. Sah ich so schrecklich aus? Denn in der Tat, war dieser Freitag alles andere als gut. Heute Morgen hatte ich den Bus verpasst und musste die 7 km zur Arbeit laufen. Als ich ankam erwartete mich ein riesen Stapel mit Papierkram und dann ist auch noch mein Computer abgestürzt und ich durfte alles was ich innerhalb einer Stunde geschrieben habe nochmal machen. Nach ein paar weiteren Minuten stellte er vor mich eine Tasse mit Blumenmuster. Ein wunderbarer Geruch nach warmen Kaffee stieg mir in die Nase. Ich bezahlte und ging danach zu dem noch freien Platz. Dort stellte ich meine Tasse ab und zog meinen schwarzen Mantel aus. Danach setzte ich mich in den Sessel, der noch bequemer war als er aussah. Ich nahm die Tasse und trank einen Schluck. Er schmeckte himmlisch aber da war noch etwas anderes. Ich kann es nicht genau in Worte fassen. Aber während ich den warme Kaffee hinunter schluckte, fühlte ich mich wundervoll und es kam mir so vor als würde ich zu Hause in meinem Bett liegen. Ich schloss die Augen, während ich noch einen weiteren Schluck nahm und meine Bettdecke vor mir sah, sie war weiß mit Rosen darauf und sie roch noch immer nach Waschpulver, da ich erst gestern Abend meine Decke neu bezogen hatte. Ich ließ meine Augen zu und trank die ganze Tasse Kaffee aus. In meinem Körper breitete sich ein warmes Glücksgefühl aus. Als ich die Augen wieder öffnete war ich einen Moment etwas verwundert und dann etwas enttäuscht, als ich sah das ich mich nicht in diesem Café sondern in meinem Bett befand. Aber wie konnte das sein. Es fühlte sich alles so real an. Ich sah auf meinen Wecker und bemerkte das es Zeit zum aufstehen war. Ich zog eine Hose, ein Top und einen Blazer aus dem Schrank und zog mich an. Dann sah ich auf mein Handy. Es war Freitag. Ich beschloss meinen Apfel auf dem Weg zum Bus zu essen, was sich als gute Entscheidung entpuppte, da ich den Bus gerade noch erreichte. Auf der Arbeit angekommen fand ich wieder einen Stapel Papierkram, aber ein Kollege kam herein und fragte ob ich noch Arbeit für ihn hatte und ich gab ihm die Hälfte. Alles was ich in meinen Computer eintippte speicherte ich sofort. Es war zwar aufwendig, aber als er eine Stunde später abstürzte war ich sehr froh darüber. Auf dem Weg nach Hause kam ich wieder an der Straße vorbei, in der ich gestern das Café entdeckt hatte. Ich bog nach rechts ab und ging vorbei an dem Coffee Shop und genau auf die Hausniesche zu.

Dort wo das Café gestern noch gestanden hatte war nichts mehr, einfach nur eine Lücke. Das kleine Haus war verschwunden und mit ihm die quietschende Tür, die bequemen Sessel, die kleinen Tische und der alte Mann mit seinem schwarzen Anzug und dem roten Einstecktuch. Bei dem Gedanken musste ich trotzdem irgendwie lächeln. Das Café war so schön gewesen und alles darin war wie aus einem Traum. Und genauso kam es mir auch vor. Trotzdem war ich mir fast sicher, dass es jetzt in einer anderen Stadt war und auf seinen nächsten Kunden wartet, wer auch immer er sein sollte. 

Donnerstag, 29. Januar 2015

Reisen

Ich wurde vor ein paar Monaten und in Biologie vor ein paar Wochen gefragt, was ich mit meinem Leben anfangen will. Ehrlich gesagt hab ich einen ganz genauen Plan (fast, was ich beruflich machen will, versuche ich immer noch herauszufinden).

Ich will reisen und so viel von der Welt sehen wie ich kann. Ich möchte mich tätowieren lassen und ich möchte entweder an der Nordsee oder in England wohnen und arbeiten. Einmal an einem Marathon teilnehmen, viel auf Konzerte gehen und noch vieles mehr, die Liste ist sehr lang.

Dadurch das ich mir geschworen habe immer mit meiner Kamera in der Tasche durch die Welt zu ziehen, habe ich mir überlegt, hier immer einen kleinen Reisebericht reinzustellen.

Hier ist die Liste der Orte, die ich bereisen will. Immer wenn ich dort war, werde ich den Ort mit einem Link versehen, der dann zu meinem Bericht und den Fotos führt.

Orte:

  • Blue Pond, Japan, Hokkaido
  • Lancashire, England
  • Grüner See, Steiermark, Österreich
  • Klausenpass, Schweiz
  • The dark hedges, Nord-Irland
  • Hofskirkja, Island
  • Schloss Neuschwanstein, Deutschland
  • Chawton, England
  • Bath, England
  • Dunrobin Castle, Schottland  
  • Kloster, Aragon, Spanien
  • Bibury, England
  • Grand Teton, Wyoming
  • Cinque Terre, Italien
  • Derweze, Turkmenistan
  • Insel Tortuga, Venezuela
  • Plitvice Lakes National Park, Kroatien
  • The twelve Apostels, Australien
  • Ha long Bay, Vietnam
  • Tasiilaq, Grönland
  • Savannah, Ga
  • Hitachi Seaside Park, Japan
  • Ponte Vecchio, Florenz
  • Stavanger Chatedral, Norwegen
  • Johnson Ranch trail 
  • Kylemore Abbey, Irland
Wenn ihr weitere Vorschläge habt, dann schreibt sie bitte in die Kommentare. 

Samstag, 10. Januar 2015

Ich

Ich
ein Mensch 
unter vielen
lebend, durch die Straßen laufend
inmitten von Freunden und Familie
da

Ich 
ein Mensch
unter vielen
lebend, und doch unsichtbar
inmitten von anderen Menschen
allein

Ich 
ein Mensch 
unter vielen
lebend, in meinen Träumen schwebend
inmitten von Decken und Kissen
traurig

Ich 
ein Mensch
unter vielen
lebend, durch die Länder reisend
inmitten von Bergen und Wäldern
gefangen

Ich 
ein Mensch
unter vielen
lebend, nach der Freiheit suchend
inmitten von tausenden Büchern
hoffnungsvoll

Ich 
ein Mensch 
unter vielen
lebend, den Tod begrüßend
inmitten von nichts
erleichtert

Ich 
ein Nichts
unter vielen
tot, nicht mehr anwesend
inmitten von Leere
frei