Montag, 30. März 2015

Jahreszeiten

Frühling

Im Frühling kann man Blumen sehn.
Wie sie dort am Feldweg stehn.
Der letzte Schnee ist auch schnell weg
und darunter ist der braune Dreck.

Sommer

Die Insel ist klein
und über uns der Sonnenschein.
Aber keiner hat auch nur die geringste Ahnung,
wie scheiße sie ist, die UV-Strahlung.

Dort drüben siehst du eine riesige Palme stehn.
Sie ist so groß, du kannst das Ende kaum noch sehn
und nun fiel sie die vermaledeite Kokosnuss.
Da war mit dem Urlaub erst mal Schluss.

Herbst

Der Herbst kommt, ob man will oder nicht
Ich sehe wie die Sonne durch die Blätter bricht.
Sie wird schwächer von Tag zu Tag,
es wird kälter, was niemand so wirklich mag.

Rot und gelb treten an die Stelle von Grün.
Und die Blumen hören langsam auf zu blühn.
Ich höre das Laub unter meinen Schuhen knistern
und den Wind durch die leeren Äste flüstern.

Die Eichhörnchen sammeln fleißig Haselnüsse.
Voll mit Laub sind nun die Flüsse.
Ich gehe weiter und seh mich um,
bis auf das knistern ist alles stumm.

Die Tage sind nun wieder kurz
Und dazu kommt noch der Temperaturabsturz.
Sofort wird es wieder richtig kalt
vermutlich ist der Winter nicht weit.  

Winter

Hoch liegt nun schon bald der Schnee
und das Eis bedeckt den ganzen See.
Schlittschuh fahren kann ich nicht,
weil sonst schnell die Eisschicht bricht.

Das Wasser ist so entsetzlich kalt.
Da vermeide ich lieber den Aufenthalt.
Der Wintermantel ist nicht grad vorteilhaft
und auch die Stiefel kriegen nur ein mangelhaft.

Wie Bigfoot stampfe ich durch den Schnee,
da hab ich plötzlich eine fabelhafte Idee.
Ich lege mich hin und wedle mit Armen und Beinen.
Der Schnee in meinen Augen bringt mich allerdings zum weinen

Ich stehe auf und betrachte mein Werk,
es ist ein verkrüppelter Engel auf einem Berg.
Der Einfall kam ganz spontan
im Nachhinein ein sehr schlechter Plan.

Meine Kleidung ist nun voller Schnee
wie gern hätte ich jetzt einen warmen Tee.
Ich gehe mit schnellen Schritten nach Haus
und schwöre mir, ich geh erst im Frühling wieder raus.

Während ich im warmen saß
hatten die dort draußen Spaß.
Sie fuhren mit dem Schlitten immer wieder
und sangen dabei ihre Weihnachtslieder.

Ich zieh mich an und geh hinaus.
Und mit der Wärme ist es schlagartig aus.
Ich greife nach unten und forme einen Ball,
Nach dem werfen höre ich einen leisen Knall.

Weitere Bälle fliegen durch die Dunkelheit
und dann ist es auch schon wieder soweit.
Meine Kleidung ist mal wieder nass
das macht sowas von keinen Spaß.





So ist das mit der Einsamkeit

Regungslos sitze ich da,
denke über das Leben nach,
über Sinn und Zweck der Einsamkeit,
über Freude, Schmerz, Tränen und Leid.
So ist das mit der Einsamkeit,
sie zwingt uns alles zu überdenken
und unser Leben in die richtigen Bahnen zu lenken,
denn niemand will gern einsam sein
und trotzdem bin ich grad allein.

Regungslos sitze ich da
denke über mein Leben nach
und spüre wie sie mich umfasst
sie zieht, sie zerrt, sie hält mich fest.
Mein Atem ist ruhig und leise. 
Ich stehe mit dem Rücken zur Wand, an sie gepresst
ihre Hände sind stark und ich bemerke es nicht, 
wie sie mir den Ausweg versperrt und mich nicht gehen lässt.

Regungslos sitze ich da 
denke über das Leben nach
mein Herz wird schwer, 
mein Atem schwach,
ist denn keiner da, irgendwer
der mir helfen kann mich zu befreien?
Nein! Da sind nur die Einsamkeit und ich.

Regungslos sitze ich da,
allein und doch zusammen.

Samstag, 14. März 2015

Leser- und Bloggertreffen

Heute war endlich das langersehnte Leser- und Bloggertreffen von LovelyBooks.
Ich war zum ersten Mal dabei und hab relativ schnell Anschluss gefunden, was mich sehr gefreut hat.
Unter anderem waren die Autorinnen Melanie Raabe, Wiebke Lorenz und Bettina Belitz.

Links: Ich ; Rechts: Melanie Raabe


Links: Ich ; Rechts: Bettina Belitz

Zu Beginn wurde einiges über das Bloggen gesagt, da neben den drei Autorinnen auch noch eine Bloggerin, die am Freitag bei MDR aktuell zu sehen war und noch 3 andere, die im Verlagswesen arbeiten.
Es war sehr informativ auch mal etwas von einer erfahreneren Bloggerin zu hören und wie wichtig Blogger mittlerweile für einen Verlag sind.

Danach hat dann Bettina Belitz etwas über ihren neuen Roman "Mit uns der Wind" erzählt und einige Ausschnitte daraus vorgelesen. Ich muss wirklich sagen, dass dieses Buch ganz nach oben auf meine Wunschliste gerutscht ist.

Danach gab es dann die Goodie-Bags und sehr leckere Cupcakes.

Alles in allem war das Leser- und Bloggertreffen sehr schön und ich habe mich total gefreut dabei gewesen zu sein. 
Vielen Dank auch noch mal an das LovelyBooks-Team, welche dieses Treffen geplant und organisiert haben. Es war wirklich toll!
  

Sonntag, 8. März 2015

Drogenabhängige Affen

"Und nun die Nachrichten im Überblick. Heute Morgen wurde in einer Seitenstraße die Leiche eines Schimpansen gefunden. Der Polizei zufolge soll die Obduktion ergeben haben, dass der Menschenaffe an einer Überdosis Kokain gestorben ist. Wie es dazu kam und wer ihm die Drogen verabreicht hat, ist bisher noch unklar."

Zwei Tage zuvor

Mit dröhnenden Kopfschmerzen wachte er auf. Er wusste nicht wo er war und schaute sich suchend um. Links und rechts neben ihm waren nur Hauswände genauso wie hinter ihm. Es war hell und die Sonne schmerzte in seinen Augen. Er würde warten müssen bis es wieder Nacht wird. Denn gesehen zu werden konnte er auf gar keinen Fall riskieren. Etwas weiter vorne in der Straße standen ein paar Mülltonnen, die vermutlich das letzte Mal vor zwei, drei Monaten abgeholt worden waren. Vorsichtig rappelte er sich auf, die Augen nur einen Spaltbreit geöffnet, wagte er sich weiter vor. Als er sicher sein konnte, dass keiner da war, nahm er die Deckel von den Tonnen und durchwühlte sie, in der Hoffnung etwas essbares zu finden. Er musste einige Zeit kramen, bis er schließlich zwei dunkelbraune Bananen und einen angebissenen Apfel fand. Mit den Sachen unterm Arm kehrte er an den Platz, an dem er aufgewacht war, zurück. Er legte das Obst neben sich, dann nahm er die eine Banane, schälte sie, was sich allerdings als schwierig erwies, da sie schon ziemlich matschig war. Zum Schluss leckte er genüsslich die Reste von seinen Fingern und warf die Schale weg. Den Rest beschloss er aufzuheben. Noch immer stand die Sonne hoch am Himmel. Er schloss seine Augen.

Als er wieder aufwachte, war es bereits tiefe Nacht. Er aß schnell den Apfel und nahm die zweite Banane mit sich. Vorsichtig schlich er durch die menschenleeren Gassen. Er wusste genau wohin er musste um an das zu kommen was er am meisten brauchte. Als er den Ort erreichte, wurde es bereits heller. Er musste sich beeilen. Da vorne saß auch schon die Person zu der er wollte. Langsam schlich er sich an ihn heran. Wie immer lag er reglos da, mit einer Spritze im Arm. Die leisen Atemgeräusche waren kaum wahrnehmbar. Darauf bedacht keinen Lärm zu machen begab er sich zu dem Tisch, wo der Mensch die Tüten mit dem weißen Pulver aufbewahrte. Heute lagen mehr als sonst darauf. Er nahm normalerweise nur eine, aber wo doch heute so viel da lag, nahm er mehr. Als Ersatz legte er seine Banane dorthin. Dann machte er sich davon, bevor der Mensch wieder aufwachte. Langsam ging die Sonne auf. Schnell zog er sich in eine kleine Seitenstraße zurück. Dort riss er vorsichtig eine Tüte nach der anderen auf und sog das Pulver ein, bis nichts mehr übrig war. Danach legte er sich zufrieden auf den kalten Boden von dem er nie wieder aufstehen würde. Es dauerte einen ganzen Tag, ehe die Leiche des drogenabhängigen Schimpansen gefunden wurde.

Asoziale Pflanzen

Langsam fliegen die Sporen durch die Luft.
So leise, schwebt die Gefahr.
Ihre Opfer sind sowohl wehr- also auch ahnungslos.
Sie haben keine Möglichkeit zu entkommen.
Dort! Am Boden! Da ist auch schon das erste Opfer.
Ohne das es etwas bemerkt, gelangt die Spore in seinen kleinen schwachen Körper.
Selbst wenn dieses verachtenswerte Insekt es bemerkt hätte verhindern könnte es dieses dumme Lebewesen nicht.
Und so nimmt das Schicksal seinen Lauf.
Die Spore nistet sich ein und übernimmt die Kontrolle.
Zuerst nicht viel bis sie dann immer mehr Besitz von ihm ergreift und dieses Tier zu einem lebenden Zombie macht.
Es wird zu einem Gefangenen in seinem eigenen Körper und muss stumm und hilflos dabei zusehen.
Wissend, dass es einen Ablaufstempel bekommen hat und es nicht mehr lange dauern würde bis sein Leben ausgelöscht wird, von diesem asozialen Pilz der aus diesen verdammten Sporen entstehen würde.
Die kleinen Beinchen bewegten sich, zuerst zart und vorsichtig, so als ob es die allerersten Schritte wären.
Nur um dann schneller und sicherer zu werden. Immer weiter tasteten diese fremdgewordenen Beine weiter.
Der Wirt befindet sich auf seinem allerletzten Gang, geführt von seinem Besetzter. Was nun, sollte dieses kleine Tier einfach aufgeben ohne je dagegen angekämpft zu haben?!
Nein! Der Urinstinkt, der Wille zu überleben ist so stark wie nie zuvor in seinem kurzen Leben. Er schafft es immer wieder für einen winzigen Augenblick die Kontrolle zurückzuerlangen.
Aber nicht lange genug um das unvermeidbare aufzuhalten.
Sie nähern sich einem Baumstamm, klettern an ihm hoch, bis sie zu einem sicheren Platz gelangen.
Und dann ein letztes Aufbäumen, ein letzter verzweifelter Versuch, bevor diese asoziale Pflanze diesem kleinen Insekt das Leben raubt um selbst überleben zu können.
Eins endet, ein neues beginnt.