Mittwoch, 3. Juni 2015

Horror Haus

Frierend auf dem Bahnhof sitzend erinnere ich mich daran zurück. Welchen Horror wir vor Stunden sahen. Na gut eigentlich war es erst vor Minuten, aber was ich sagen will, die Zeit vergeht.

Gezwungen von zwei mir bekannten Menschen hatte ich keine andere Wahl als dieses Haus des Horrors zu betreten. Ich kam in einen engen kleinen Raum, in den gerade so 5 Menschen passten. Es war dunkel, kalt und gruselig. Rotes blinken, in gleichmäßigen Abständen. Die Erde bebte. Das einzige Licht blinkte weiter Rot. Es war wie ein riesiges Herz nur ohne Blut. Babum. Babum. Babum. Und dann eine Gestalt. Ein Schrei.

Wir schrien auch, aber aus einem ganz anderen Grund als der Mann der uns mit seiner dunklen Maske zu erschrecken versuchte. Dann wieder dunkel. Babum. Babum. Der Mann kam erneut und öffnete uns die nächste Tür. Weiter ging's. Langsam noch immer die Hand von meiner Begleiterin umklammernd wagte ich mich weiter vor. Noch immer kein Geräusch außer unsere doch noch ganz schön schnelle Atmung und das schlurfen unserer Schuhe auf dem harten Metallboden. Dunkle, lange, schmale Gänge reihten sich aneinander. Gitter direkt vor uns. Sie versperrten den Weg. Ich fühlte mich wie Hulk als ich sie auseinander drückte und hindurch lief. Die Gänge wollten kein Ende nehmen. Kreuz und Quer, hoch und runter liefen wir in diesem engen Kasten. Vor mir dunkle Silhouetten. Schwarze Gestalten. Verirrte Seelen genau wie ich. Der Boden bewegte sich. Der Boden drehte sich. Unter meinen Füßen veränderte sich das Material. Ich hatte das Gefühl zu fallen, hielt mich fest und rappelte mich auf. Die Hand meiner Begleiterin aber, ließ ich nicht los.

Wann werden wir denn endlich den Ausgang erreichen. Das Licht das ihn verkündet sehen. Das Licht der Sonne, die versteckt hinter den Wolken auf uns wartete.

Da siehst du es auch. Da vorne ist es. Ich lief schneller genau darauf zu. Noch einen Schritt und schon hatte ich die Freiheit wieder.


Jetzt ist schon alles längst vorbei und alles erscheint so simpel und banal wie alles andere auch. Und rückblickend betrachtet fühlte ich mich eher wie bei Shades of Grey. Gitter, Vibrationen und Ketten und  Säcke hingen von den Wänden. Horror war das nicht. Das war nur eine Freakshow.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen